Niederlage in letzter Sekunde
Am Wochenende stand für die Damen I der SG KIT/MTV Karlsruhe die längste Auswärtsfahrt der Saison an – es winkte ein echtes Spitzenspiel gegen die HG Königshofen/Sachsenflur. Das Hinspiel hatten die Karlsruherinnen mit 33:31 denkbar knapp für sich entschieden, doch die Vorzeichen für das Rückspiel standen alles andere als gut. Eine von Krankheiten und Verletzungen geprägte Trainingswoche erschwerte die Vorbereitung erheblich und ließ nichts Gutes ahnen.
Leider wurde der Spielbeginn mal wieder direkt verschlafen. Mit technischen Fehlern und mangelnder Konsequenz, sowie zwei verworfenen 7m sah man sich direkt mit 5:1 im Rückstand. Die darauffolgende Umstellung auf die 5:1 Abwehr sorgte dann jedoch für mehr Stabilität: Silja Kahmann konnte auf 9:7 verkürzen und die erste Auszeit der Gegner erzwingen. Danach blieb man dran: Ariane Roth zeigte sich jetzt sicher vom 7m Punkt, Patricia Maler konnte einige Bälle parieren und man fand im Angriff Lösungen über den Kreis. Durch ein paar unglückliche Abwehrsituationen ging es schließlich mit 13:11 in die Halbzeit.
In der Kabine machte Trainer Kriewitz klar: Hier geht heute noch was! So kam man direkt mit einem 3:0 Lauf aus der Kabine und ging in der 35 Spielminute das erste Mal in Führung. Anschließend erhöhte Mirjam Kolb den Vorsprung zum 14:16. Doch dann kam leider ein Bruch in das Angriffsspiel der Karlsruherinnen. In acht Minuten erzielte man kein Tor, und schenkte dem Heimteam nahezu den Ball. Sieben technische Fehler sorgten für fünf einfache Gegenstoßtore und einen erneuten drei Tore Rückstand (19:16). Dennoch gaben die Karlsruherinnen nie auf und konnten in der 49 Spielminute wieder zum 20.20 ausgleichen. Noreen Tausend übernahm jetzt viel Verantwortung im Angriff, doch auch bei den Gegnern zeigte sich Anna Winkler mit vier Toren in den letzten fünf Minuten treffsicher. So konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Ein Fehlwurf und ein technischer Fehler sorgten dafür, dass Königshofen in der 58 Minute mit 25:24 in Führung ging. Als Reaktion legte Kriewitz die grüne Karte, es folgte zehn Sekunden vor Spielende der Ausgleichstreffer durch Lilia Oost. Doch Königshofen hatte das letzte Wort: Mit der allerletzten Aktion des Spiels traf Anna Winkler eine Sekunde vor Abpfiff zum bitteren 25:26-Endstand aus Karlsruher Sicht.
Trainer Kriewitz zog nach der Partie ein klares Fazit: „Ein Unentschieden wäre heute absolut verdient gewesen – darin waren sich beide Trainer einig. Mein Team hat großartig gekämpft, in der Positionsabwehr haben wir überragend agiert, und auch unser Rückzugsverhalten war gut: Fünf Gegenstöße konnten wir erfolgreich verteidigen. Doch im Angriff fehlt uns in der gesamten Rückrunde die Durchschlagskraft. 20 Fehlwürfe, darunter vier vergebene Siebenmeter, sowie 25 technische Fehler sprechen eine deutliche Sprache. Am Ende verlieren wir mit einem Tor, weil wir dem Gegner acht einfache Gegenstoßtore ermöglichen. Ein besonderes Lob verdient heute Noreen Tausend, die in der Schlussphase eine starke Leistung gezeigt hat. Auch das Schiedsrichtergespann Gruber/Fath verdient ein Lob.“
Jetzt gilt es, sich im Training wieder mehr Automatismen zu holen und nächste Woche im Heimspiel gegen St. Leon wieder in die Spur finden.
Das Team der SG KIT/MTV Karlsruhe: Lilia Oost (2), Cora Rudisch (1), Silja Kahmann (4), Niky Nouri (1), Mirjam Kolb (1), Patricia Maler, Ariane Roth (8/6), Susanne Sutschet (3), Veronika Stangier (3), Aline Kinzie, Noreen Tausend (2), Linnea Kahmann
